Willkommen in unserem Fundus zum Eselwandern! Hier haben wir die Erlebnisse und Tipps unserer Wander*innen zusammengetragen, die das Abenteuer Eselwandern bereits gewagt haben. Eselwandern verbindet Natur, Tier und Mensch auf einzigartige Weise. Jeder Spaziergang mit einem Esel wird zu einem besonderen Erlebnis, das sich oft nur schwer in Worte fassen lässt.
Die folgenden Erfahrungsberichte geben authentische Einblicke: von ersten Begegnungen mit den Tieren über kleine Überraschungen unterwegs bis hin zu emotionalen Momenten. Sie dienen als Orientierungshilfe, um sich auf die Wanderung vorzubereiten, und zeigen, worauf man achten kann, ohne den eigenen persönlichen Moment zu schmälern.
Der Fundus soll stetig wachsen und wir hoffen, dass er Ihnen dabei hilft, sich auf Ihre eigene Eselwanderung einzustimmen. Die Berichte zeigen: Jede Wanderung ist anders, jeder Esel einzigartig, und dennoch lassen sich Muster und hilfreiche Tipps erkennen, die Ihnen Sicherheit geben. Nutzen Sie diese Hinweise, um sich auf kleine Überraschungen vorzubereiten, gleichzeitig aber die Gelassenheit der langohrigen Begleiter voll zu genießen.
Wir lieben Eselwanderungen, weil jede Reise einzigartig ist. Jeder erlebt seinen eigenen Weg, geprägt von der Gruppe, dem Tier, seinem Gemüt, dem Wetter. Jede Änderung führt zu unterschiedlichen Erlebnissen und deshalb kann auch niemand vorhersagen, wie Ihre Eselreise werden wird. In Erinnerung bleibt, so hoffen wir, vor allem die Freude an der Natur, an den Tieren und an den gemeinsamen Momenten.
nun sind wir schon eine gute Woche zurück aus Frankreich und möchten Ihnen Feedback geben.
Es waren tolle und fantastische Tage!! Mit dem Wetter hatten wir ausgesprochenes Glück. Nach dem Start in unerer Zwischenstation im Jura bei Schneefall (!!) kamen wir gut in den Cevennen und bei angenehmen Temperaturen an. Unsere erste Gastgeberin Letitia war lieb (unser Fehler, dass wir kein Französisch sprechen!) und unsere Zimmer mit Balkon auf das unfassbare Grün der Cevennen waren sehr gemütilich.
Wir kamen zum Eselstall und bekamen Yoko, einen gaaanz lieben Esel. Der erste Tag ist vermutlich immer "Erziehnung" und Klärung, wer der "Chef" ist, das hat mit Yoko wunderbar geklappt. Am ende des 1. Wandertages wurden wir von David unerwartet und unglaublich gut bekocht. Das hatten wir in der Form absolut nicht erwartet!! David war witzig und charmant, auch bei ihm haben wir uns mitten im Vogelgezwitscher wunderbar aufgehoben und angekommen gefühlt.
Am zweiten Morgen hat Yoko leider gehumpelt und seinen Fuß immer geleckt.. wir haben ein Video an Susann und Michael vom Eselstall geschickt und sie meinten, so solle er nicht laufen (er WOLLTE auch nicht laufen, und wir waren dankbar, ihn nicht "überreden" zu müssen). Sie kamen mit Hänger und Réglisse, einem anderen, nicht weniger charistmatischen Esel. Yoko war noch nie im Hänger und wollte da nicht rein. Mit vereinten Kräften konnten wir ihn "überzeugen". Statt um 9h starteten wir um 13h, kamen aber rechtzeitig bei Olivier an. (Michael sagte uns schon, dass Réglisse bergab recht schnell ist 😂). Auch bei Olivier fühlten wir uns sehr wohl, auch wenn es für ein Bad im Fluss nicht mehr gereicht hat. Das Begrüßungsbier und das nachfolgende Abendessen waren umso köstlicher.
Weiter zu Xouf und seiner Kooperative. Mit Karte und Beschreibung kamen wir gut zurecht. Bei Unsicherheiten banden wir Réglisse wie empfohlen an und machten uns in verschiedenen Richtungen auf die Suche nach "einem" Weg... manchmal war der "Trampelpfad" am Anfang der Saison einfach noch nicht "getrampelt", und das "Kastanienfeld" war in der Summe der Kastanienbäume nicht ganz so leicht auszumachen (😉). Wir fühlten uns manchmal wie in Kindertagen auf einer Schnitzeljagd, kamen aber immer gut und in-time an. Wir hatten auch bei dieser Unterkunft tolle Gespräche, und beim GEMEINSAMEN Abendessen auf der Terrasse mit traumhaftem Blick, fühlten wir uns wie unter Freunden, nicht wie "im Hotel".
Genauso bei Geniviéve und Phillip, die sofort den Google-Translator auspackten und "..pa de Problème!" sagten. Bei selbstgemachtem Bier, Cidre, Limoncello, Wildschwein und vorab dem extra vorbereiteten und gesäuberten Pool für uns, fühlten wir uns auch hier wie ein Teil der Falmilie!
Den letzen Tag zurück zum Eselstall hätten wir bei Regen nicht machen wollen. Der Abstieg war mit selbstbeschleunigendem Esel auf unbefestigtem Grund auch so schon herausfordernd, aber es zeugte von einem unglaublichen Zusammenspiel zwischen Esel und Führer, und das war ein mehr als beeindruckendes Erlebnis. Ein Aufstieg ist relativ "easy".. aber bei Regen hätten wir wahrscheinlich eh die in der Beschreibung erwähnte einfachere Alternative gewählt.
Réglisse hat auch immer Iiii-aaat, wenn während der Mittagspause eine von uns beim Erkunden der Umgebung aus seinem Blicklfeld verschwunden ist. Das war toootal süß!!!
Bei der Ankunft im Eselstall war auch Yoko gleich wieder zur Stelle und Réglisse gleich von seinen Freunden umringt. Der Abschied war dadurch eher kurz 😏
Zusammenfassend war es ein unglaublich tolles Erlebnis. Ich persönlich hatte keine speziellen Erwartungen, außer, dass wir nicht "im Convoi laufen". Aber das, was wir in dieser grünen, unberührten und einsamen Natur erleben durften, war einfach nur sensationell!
Nur am letzen Tag auf dem Weg zu Geniviéve und Phillip kam uns eine illustre Wandergruppe entgegen, ansonsten sahen wir maximal eine Person ... Die Navigation war spannend. Immer wenn wir ins Zweifeln kamen, da kam keine Sekunde zu Früh "die Mauer", "das Kastanienfeld", "der Telefonmast" etc.." aus der Beschreibung um die Ecke 😅 Wir haben auch über uns gelernt, dass das Sicherheitsbedürfnis durchaus persönlicher und subjektiver Natur sein kann/ist.. aber wir haben alles gefunden und sind im Team immer gut, ohne Umwege, glücklich und zufrieden angekommen.
Unser Hosts waren ausnahmslos unglaublich liebenswerte, offene und bereichernde Menschen! Gemeinsam zu Abend zu essen, statt es "nur serviert" zu bekommen, war ein zusätzliches Highlight, das wir nicht erwartet und umso mehr geschätzt und genossen haben. Übrigens: Auch wenn das Gespräch auf Sie und Ihre regelmäßigen gemeinsamen
Treffen kam, wurde nur in den höchsten Tönen von Ihnen gesprochen 😉.
Die Südfranzösische Kultur und Mentalität sind beeinduckend und machen Lust auf Mehr! (ich kann verstehen, dass Sie von Montpellier aus "die Strippen ziehen").
Und Esel... was soll ich sagen... die wachsen einem sooo schnell ins Herz und diese nonverbale Kommunikation und das gegenseitige Verständnis sind einfach unglaublich. Réglisse zum Beispiel blieb am letzen Tag einfach immer wieder stehen. Wir gingen hin, haben ihn gestreichelt, und dann lief er ohne Kommando oder Zug einfach weiter...bis zur nächsten Schmuseeinheit 😂. Aber die hatte er sich nach dem rasanten Abstieg auch verdient❣️
Génivieve kommt ja ursprünglich aus dem Jura und so haben sie uns Les Rousses für unseren Heimweg-Zwischenstopp empfohlen. Dort haben wir noch drei Nächte (in St. Laurent) auf dem Campingplatz mit Zelt verbracht, was auch herrlich war bei dem Wetter, bevor wir dann wirklich wieder heim gefahren sind. Im Fort von "Les Rousses" haben wir noch die Anzahl der dort gelagertern Comtè-Laiber überprüft. Alles so, wie es sein sollte 🧀🫕..
Wir werden lange von dieser Reise zehren, aus ganz vielfältigen und unterschiedlichen Gründen.
Ihnen möchten wir sagen: weiter so!! Und VIELEN DANK!! Es hat alles wunderbar geklappt, im Vorfeld und während der Tour. Und wie mein Freund Swen, der mir die Tour empfohlen hatte sagte: vorsicht, es macht süchtig!! 🫏🥰.
Gerne dürfen Sie unseren Hosts noch separat unseren herzlichen Dank und liebste Grüße ausrichten!!
Ganz liebe Grüße aus München, und einen herrlichen Sommer in Südfrankreich!
Á tout à l'heure!!
Susanne & Lilly
Lieber Tobias,
zuerst einmal ein ganz großes Lob für die hervorragende Organisation der beiden hintereinander geplanten Touren „Rundwanderung Gorges du Tarn & Causse Méjean“ mit der Eselin Taka und der uns schon weitgehend vertrauten „Cevennen-Tour“ mit unserem Paten-Esel Coquine.
Paten-Esel ist ein gutes Stichwort – wie kam es eigentlich dazu? Als wir uns 2023 das erste Mal auf das Abenteuer Wandern mit Eseln einließen (mit zwei Kindern, damals 7 und 18 Jahre alt), waren wir zu Beginn aufgeregt und vorsichtig skeptisch – hatten wir doch so absolut gar keine Erfahrung. Die zahlreichen kurzwelligen Trainings-Videos, auf die wir bei dieser Reise vom Stall hingewiesen wurden, schauten wir uns zur Vorbereitung mehrfach aufmerksam und voller Respekt an. Das ersetzt in keinem Fall die Einweisung durch die Besitzer des Eselstalles, gibt jedoch einen guten Eindruck, mit welchen Situationen man konfrontiert werden könnte.
Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass wir unseren allerersten Wandertag 2023 mit den beiden Eseln Réglisse und Calin als sehr fordernd empfunden haben – zum Einen wollten wir ja nichts falsch machen und die beiden Esel entwickelten zusammen eine Dynamik, mit der wir erst umzugehen lernen mussten – zahlreiche Bremsen und andere für die Esel lästige Insekten und die Hitze taten ihr Übriges. Auch mussten wir uns erst an die täglichen „Rituale“ gewöhnen: morgendliche Hufreinigung, Striegeln, kleinere Wunden mit Vaseline versorgen und dann das Traggestell richtig positioniert und fest genug (aber nicht zu fest) und das austarierte Gepäck anbringen, während die Esel ungeduldig auf den Abmarsch warteten. Vom Anbinden der langohrigen Begleiter bei den Pausen mit dem Abnehmen (und dann wieder Anbringen des Gepäcks) bis hin zur Versorgung mit Wasser und Heu am Abend und dem ganz eigenen Tempo während der Wanderungen – das lief jeden Tag besser und machte uns allen richtig viel Spaß!
So kam es, dass die Begeisterung für das Esel-Wandern so groß war, dass die Sommerferien 2024 gleich wieder mit unserem geduldigen Réglisse zu einem unvergesslich schönen Erlebnis wurden. Da die Patenschaft für Réglisse schon vergeben war, übernahmen wir eine für Coquine und nahmen uns fest vor, in den Sommerferien 2025 „unsere“ Eselin kennen zu lernen.
Da wir das Cevennen-Gebiet in den beiden Vorjahren bereits erwandert hatten und uns beim Stöbern im wunderschön und mit Liebe zum Detail aufgemachten Katalog die „Rundwanderung Gorges du Tarn & Causse Méjean“ unglaublich spannend, vielseitig und anspruchsvoll fanden, ging eine erste Anfrage dazu an Tobias per Mail raus. In den kommenden Tagen wurde uns – nicht ohne den berechtigten Hinweis, die Tour könne für unsere inzwischen fast 10-jährige Tochter vielleicht zu anstrengend sein – ein flexibel auf die zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Unterkünfte für diese große Rundwanderung zugeschnittenes Angebot erarbeitet mit einer Kombination zu einer kurzen 3-Tage-Anschluss-Wanderung mit Coquine in den Cevennen, um auch unsere Paten-Eselin kennen zu lernen. Dabei tauschten wir manchmal täglich im Stundentakt Nachrichten aus und wurden bestens beraten!
„Rundwanderung Gorges du Tarn & Causse Méjean“ (August/September 2025)
Bereits die erste (und letzte) Unterkunft in Le Rozier war hervorragend; Als Ersatz zur üblichen Wanderherberge waren wir hier im Hotel untergebracht. Das Zimmer sehr modern und ruhig gelegen mit Aussicht auf die Jonte und das Restaurant gegenüber, wo wir vor Beginn der Tour und an deren Ende in angenehmer Atmosphäre mit einem herrlichen 3-Gänge Menü verwöhnt wurden. Auch ein abendlicher Rundgang in der Altstadt von Le Rozier mit all seinen kleinen und verwinkelten Gassen ist ein Erlebnis für sich. So gestärkt und mit den ersten Eindrücken von der Umgebung wurden abends noch die letzten Utensilien reisefertig gemacht. Aus den Erfahrungen der Vorjahre hatten wir für jeden von uns wasserdichte 120L Nylon-Wäschesäcke mit Reißverschluss in verschiedenen Farben vorbereitet, um das Transportgepäck effizient und staubgeschützt in die Esel-Transporttaschen zu verladen. Tatsächlich hatten wir – da die im Anschluss geplante Kurzwanderung in den Cevennen keine Zeit zum Umpacken lassen würde – im Auto ein weiteres Set mit gepackten Beuteln für jeden deponiert.
Das Treffen am ersten Morgen mit Kevin und das Kennenlernen mit Eselin Taka liefen reibungslos und gut gelaunt. Nach einer Einweisung in alle Tipps & Tricks – Wiederholung schadet hier nie“ – und einer Besprechung der Wanderroute auf einer detaillierten Karte mit Hinweisen, die zu beachten seien, begleitete Kevin uns auch den ersten Kilometer bis zum Ortsausgang von Le Rozier. Bei herrlichem Sonnenschein und mit einer gutmütigen Taka an unserer Seite war die Wanderung nach Les Vignes ein tolles Erlebnis mit einem kurzen Badespaß unterwegs im Tarn und herrlichen Blicken auf die Klippen weit oben und die darum kreisenden Geier.
Die Unterkunft in Les Vignes hatte ein liebevoll gestaltetes rustikales Zimmer für uns und der Gastgeber sorgte mit deftigen lokalen Spezialitäten für unsere Stärkung. Auch die vorgelagerte große Gartenanlage am Fluss war zum Ausspannen sehr schön geeignet. Nach diesem ersten schönen Wandertag konnten wir uns satt und glücklich erholen und uns schon auf die folgenden Tage freuen. Auch die nächste Tages-Etappe war absolut idyllisch in der Gorges du Tarn unter blauem Himmel. Während die Herberge dort zugegebenermaßen wirklich sehr einfach ist, reicht das völlig aus zum Erholen – insbesondere da man eine wunderbare Badestelle nutzen kann, um sich nach der Wanderung abzukühlen. Da wir schon außerhalb der Saison unterwegs waren, war auf dem nahegelegenen Campingplatz die Wasserversorgung bereits abgestellt, so dass wir Taka mit einem Eimer Wasser aus dem Tarn gebracht hatten.
Das Abendessen im malerischen Innenhof des schlossähnlichen Restaurants war fantastisch und wurde durch einen Spaziergang durch die Gassen des abendlich erleuchteten Ortes abgerundet. Der Aufstieg zum Hochplateau am nächsten Morgen war ein Genuss, da wir immer wieder schöne Ausblicke zurück in die Schlucht erhaschen konnten. Die in den detaillierten Reiseunterlagen von Tobias beschriebene Stelle mit einem Felsen in Höhe eines Tisches meisterte Taka nach dem Abnehmen des Gepäcks mit einer beeindruckenden Leichtigkeit! Nach einer Mittgaspause schlug dann gegen Nachmittag das Wetter um und der Weg zur nächsten Unterkunft erfolgte in strömendem Regen und teilweise bei Gewitter. Das war auch für uns eine neue Erfahrung, tat aber der guten Laune keinen Abbruch. Auf dem beeindruckenden Anwesen der nächsten Herberge wurden wir und Taka sehr herzlich empfangen und wunderbar verköstigt. Hier ergaben sich auch mit anderen Wanderern schöne Tisch-Unterhaltungen und wir bekamen wertvolle Tipps, die sich später noch als nützlich erweisen sollten.
Am nächsten Morgen war wieder strahlender Sonnenschein und es ging wieder hinunter in die Gorges du Tarn mit immer neuen Blickwinkeln in die Schlucht. Ein Abstecher zu einem schönen alten Cevennenweilerx ermöglichte eine entspannte Mittagspause für Taka und uns direkt am Tarn, wo Paddler in ihren farbenfrohen Kajaks vorbei glitten. Weiter ging es auf und ab entlang der Schlucht bis zum Erreichen der Unterkunft in St. Chély-du Tarn. St. Das Dorf ist besonders reizvoll zum Baden im Tarn – die Ortschaft ist einfach malerisch gelegen in diesem engen Bereich der Schlucht. Hier hat mit etwas Organisation alles gut geklappt und es hilft, wenn man vor dem letzten Abstieg in den Ort schonmal schaut, wo die Eselsweide ist. Als wir Taka vom Gepäck befreit hatten und unser Gepäck ins Zimmer Unterkunft geschafft war, führten wir unsere treue Eselin in ihre oberhalb des Ortes gelegene Übernachtungswiese.
Auch hier wurden wir wunderbar verköstigt und starteten mit neuer Energie am kommenden Tag erneut den Aufstieg auf das Hochplateau und dann auf dem noch langen Weg über die Hochebene. Unterwegs machten wir an einer Lichtung Mittagspause und konnten dort Schädel- und Knochenreste von Schafen „forensisch“ untersuchen – das ist das Spannende an solchen Naturreisen. Bei der Ankunft in der unserer nächsten Bleibe wurden wir sehr herzlich empfangen, hatten ein romantisch eingerichtetes Zimmer bezogen und konnten uns vor dem Abendessen noch etwas erholen. Letzteres wurde als 3 Gänge-Menü in einem wunderschönen angenehm temperierten Gewölbekeller serviert und abschließend mit einer Käseverkostung gekrönt. Bei all der Freundlichkeit der Gastgeber und dem leckeren Essen haben wir uns ungemein wohl gefühlt. Vielleicht auch gerade, weil man diese schönen Orte in dem Wissen besucht, am kommenden Tag wieder aufzubrechen, nimmt man die Herzlichkeit und oft mit liebevollen Details ausgestalteten Unterkünfte und die Erholung dort ganz besonders intensiv wahr – so wird jeder dieser Aufenthalte zu einem Erlebnis!
Am nächsten Morgen ging es ebenfalls bei herrlichem Wetter weiter über und entlang von Hügeln, an einer Farm mit Przewalski Pferden, während in der Ferne – und später auch bei der Mittagsrast genau über uns – die Geier majestätisch kreisten: ein für uns sehr besonderer Anblick. Im weiteren Verlauf der Strecke sind wir irgendwo zu spät abgebogen und mussten umkehren – das tat der guten Laune jedoch keinen Abbruch. Die Vorfreude auf ein ganz besonderes „Abendessen“ (Eis aus Schafsmilch) gab uns noch Energie, denn wir wussten ja, dass an diesem Tag keine Läden offen sein würden und wir uns selbst mit Nahrung versorgen müssten (was aber mit den vorhandenen Selbstbedienungsautomaten im Ort und der perfekt ausgestatteten Gemeinschaftsküche auch kein Problem gewesen wäre). Was lag da näher als einen riesengroßen Eisbecher für jeden zu bestellen – das war auch dann unglaublich lecker!
Die vorletzte Unterkunft ist ein echtes Paradies – die ganze Anlage mit den kleinen Steinhütten unter der Wiese erinnert an ein Hobbit-Dorf. Die Gastgeber bereiteten uns einen herzlichen Empfang und wir konnten das wunderbare Flair mit dem Blick in die Ferne genießen.
Der letzte Tag dieser Rundwanderung startete zunächst bei Nieselregen, bald jedoch klarte es auf und wir legten auf abwechslungsreichen Pfaden viele Kilometer zurück. Die zweite Tagesetappe nach der Mittagsrast hatte es in jeder Hinsicht in sich – steile Abstiege und kurze Anstiege, die Taka hervorragend meisterte durch sich immer wieder änderndes Gelände im Wald und später dann die faszinierende Aussicht auf die Jonte- und Tarn Schlucht, die steilen Felswände und der Blick in die Ferne mit weiteren kreisenden Geiern hoch in den Lüften. Der Abstieg war nach der ohnehin schon langen Etappe anspruchsvoll auf dem schmalen und steinigen Weg, es waren noch viele Höhenmeter zu überwinden – und Taka lief ganz routiniert und gab den Weg gelassen vor – man merkte, dass das ihre Strecke war und sie ganz genau wusste, dass Kevin auf sie warten würde. Das tat er dann auch. Wir waren nach dieser Tagesetappe wirklich erschöpft, aber ungemein stolz und zufrieden, dass wir das so gut und wohlbehalten geschafft und mit unserer lieben und geduldigen Taka so ein beeindruckendes Abenteuer erlebt hatten.
Wir denken und sprechen noch so oft über diese Tour – die vielfältigen landschaftlichen Eindrücke, die verschiedenen Herbergen, die Vielseitigkeit der Wanderwege, die unglaublich liebendwürdigen Gastgeber und all die leckeren regionalen Spezialitäten – all das sind so tolle Erfahrungen, die wir nur jedem eselbegeisterten Wanderer wünschen können! Insgesamt dürften es gute 110 Kilometer und diverse Höhenmeter gewesen sein in dieser guten Woche – unsere Kleine hat das problemlos gepackt. Die Hinweise aus den Reisunterlagen waren sehr hilfreich – gerade wenn es um Engstellen mit Gepäck-Abnahme oder schwer zu erkennende Abzweigungen ging. Wir selbst hatten die Routen aus der Wegbeschreibung im Vorfeld in der Outdooractive App eingegeben, um in fraglichen Situationen nochmal die Position zu überprüfen. Das funktioniert ganz hervorragend. Generell ist es aber – da geben wir Tobias absolut recht – zu empfehlen, weniger das Handy in der Hand, sondern die Augen auf dem Weg zu haben, die wunderbare Landschaft zu genießen – dann sieht man die Beschilderungen und Wegmarkierungen gut. Was wir außerdem für uns entdeckt haben: die ausführlichen Wegbeschreibungen von Tobias haben wir doppelseitig, bewusst in Farbe ausgedruckt und einzeln laminieren lassen zum Schutz gegen Wasser, Schmutz und Knicken. So haben wir für jede Tages-Etappe die Weg-Beschreibung jederzeit griffbereit und dennoch robust gegenüber allen Wetterbedingungen geschützt bei uns gehabt.
Anschlussprogramm: Kurzversion der Langohr-Wanderung
Auch am Folgetag nach unserer großen Tour klappte alles perfekt – nach einem kurzen Frühstück fuhren wir über Causse Méjean und kamen wie geplant rechtzeitig vor 11 Uhr am Eselstall in Castagnols an. Hier lernten wir nach einer Begrüßung sehr schnell unsere Pateneselin Coquine kennen und durften nach einer Kurzeinweisung starten. Da wir die Wege bereits von den Touren der beiden vorangegangen Jahre kannten, entschieden wir uns, den kurzen Weg zu Davide zu wählen, wo wir bereits am frühen Nachmittag bei der Unterkunft in diesem urigen Weiler eintrafen. Unterwegs demonstrierte uns Coquine, dass sie ihrem Namen alle Ehre machte – auf einem sandigen Wegabschnitt ließ sie sich ohne Vorwarnung auf den Bauch fallen und blieb erstmal liegen. Das hatten wir noch bei keinem unserer Langohren auf den letzten Touren erlebt! Mit den Tricks aus den Trainingsvideos war aber auch diese Situation schnell geschafft – und Davide staunte nach seinem Wocheneinkauf nicht schlecht, als er die Eselin schon im Gatter und uns in seinem Vorgarten sah – nachdem er uns wieder erkannte (2023 waren wir schon einmal zwei Nächte bei ihm), war ihm das natürlich klar und wir hatten nach einem Erkundungsspaziergang ins Tal an eine Badestelle später wieder das Vergnügen, auf seiner aussichtsreichen Terrasse ein unglaublich phantasievolles und fantastisches Vielgänge-Menü zu genießen!
Nach dem vorzüglichen Frühstück war es wieder an der Zeit, Lebewohl zu sagen und wir machten uns auf bekannten Wegen wieder auf einen Tagesmarsch zur zweiten Unterkunft der Wanderung. Mit der Erfahrung, welch komplizierte Wege Esel problemlos bewältigen können, erschien uns diese Etappe nicht mehr ganz so herausfordernd wie noch zwei Jahre zuvor. Wir genossen die lange Wanderung an der alten Eisenbahnlinie entlang und dann über steile Pfade und einen weiteren Abstieg in das idyllische Tal der Herberge. Auch hier trafen wir früh ein und nahmen erst einmal ein erfrischendes Bad im Flüsschen, bevor wir dann unsere urige Steinunterkunft beziehen durften. Auf Grund der Nachsaison war es recht einsam dort – aber ungemein angenehm, lecker und unterhaltsam an der gemeinsamen Tafel zu speisen. Am nächsten Morgen traten wir dann die letzte Wanderung zurück zum Eselstall an, wo wir unserem Patenesel auf Wiedersehen sagen mussten. Das waren nochmal teilweise neue Wege und auch wieder schöne Ausblicke für uns.
Auch diese kurze Rundwanderung auf bekannten Pfaden war sehr schön und insbesondere nach der ersten großen Tour nahezu eine Erholung – insgesamt sind wir in diesen 10 Tagen gut 150km mit unseren Eseln gewandert – das waren wirklich sehr erholsame und schöne Sommerferien! Die letzte Übernachtung in der Wanderherberge führte uns noch einmal in eine vertraute Herberge von unserer Tour 2023. Auch hier wurden wir wieder sehr herzlich empfangen und köstlich verwöhnt. So konnten wir unser Eselabenteuer 2025 entspannt und glücklich ausklingen lassen.
Eine Rückmeldung war das jetzt schon nicht mehr ganz – eher ein kurzer Reisebericht. Mir lag das einfach am Herzen, dieses Feedback (wenn auch spät) noch zu geben, schließlich steckst Du sehr viel Zeit und Energie in die Organisation dieser bis ins Detail geplanten Urlaube! Ein ganz herzliches Danke dafür - wir hatten zwei perfekte Touren mit ganz vielen herrlichen Erlebnissen! Auch wenn wir in diesem Jahr den Sommer anderweitig verbringen, denken wir bereits weiter: die Pyrenäen Tour im Katalog ist mit Sicherheit nochmal eine Steigerung vom Anspruch her, die merken wir uns vor. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben – und Esel-Fans sind wir inzwischen alle!
Für uns waren die von euch organisierten Sommerurlaube in den letzten 3 Jahren einfach traumhaft - völlige Entschleunigung, Fokus auf das Hier und Jetzt und den/die Esel, kulinarische Genüsse, herzlichste Gastfreundschaft und Freiheit, gepaart mit sportlich anspruchsvollen Touren in abwechslungsreicher Landschaft - einfach Erholung pur!
In diesem Sinne wünschen wir Dir, lieber Tobias, weiterhin Erfolg und alles Gute für diese Jahr und die laufende Saison – unsere Wege kreuzen sich bestimmt wieder!
Viele herzliche Grüße aus Süddeutschland, Michael mit Miriam & EmiliaHier geht es zu unseren Eselwanderungen.